Struktur-Papier • Salmonidengewässer – Raubfische (pars pro toto: Hecht)
Struktur-Papier mit Abbildungen: PDF-Datei

Voraussetzungen, um ein Gewässer als Salmonidengewässer zu deklarieren - ohne Berücksichtigung der Gewässergüte (hier wohl in der Regel: I bis II/III)

Vorbemerkung:

Bei der Lektüre der „Gewässerordnungen“ – zumal der Fischereivereine – muß man immer wieder feststellen, daß („Niederungs-“)Gewässer „künstlich“ zu Salmonidengewässern „hochstilisiert“ werden – ein elementarer Grund: man wünscht die „Verwertung“ des – bildlich gesprochen – knochenlosen Fisch‑Schnitzels und greift zu (Pseudo-)Hegemaßnahmen, die  – will scheinen – den „Hebel der Gewässerpflege am untersten Ende ansetzen“ (s.u., „Stigmatisierung des Hechts“, etc.); anders formuliert: wenn man ein Gewässer als „Salmonidengewässer“ definieren will, dann gilt es  folgende Kriterien –  in dieser Hierarchie bzw. Prioritätssetzung – einzulösen:

A. Gewässerspezifisch (hypothetisch):

A1. Unterbindung der „aggressiven“ landwirtschaftlichen Nutzung im Einzugsbereich (Oberlauf) des Gewässers.

A2. Nachhaltige Korrektur der Gewässerstruktur(„Renaturierung“); ein „ursprüngliches“ Fließgewässer verfügt über „Prallhang-“ und „Gleithang-“ Bereiche; die Fließgewässer – zumal im Niederungsbereich – werden wie „Drainagen“ zur Ableitung überflüssigen Wassers behandelt, die durch extensive Pflanzungen von Erlen- und Weidengehölz (= „Spundwände“) in ihrer Entfaltung „eingeschnürt“ und damit in ihrer originären Struktur „ertötet“ werden.

[Zu A1 und A2: Bei der Begehung so manchen Fließgewässers gewinnt man den Eindruck – die Landwirte würden ihre Aussaat am liebsten noch im Gewässer selbst einbringen.]

A3. Die anrainenden Teichbesitzer sind gehalten, ihre Teiche „professionell“ – also unter Zuhilfenahme feinmaschiger Netze – abzulassen oder einen Fischbesatz „ausschließlich“ mit Salmoniden vorzunehmen.

[Fakt ist, daß (private) Teichbesitzer – in Kleinstteichen – Waller, Zander, Hecht, allochthone Krebsarten (Signalkrebs), etc. besetzen; juvenile Tiere/Brutfische entweichen in die – „vermeintlichen“ – „Salmonidengewässer“, um hier nunmehr uneingeschränkt vom Angelfischer – mit Verlaub gesagt – „niedergemetzelt“ zu werden: eine „Perversion per se“; radikal formuliert: Fließgewässer unterhalb von Stauseen, Hoch­wasser­rück­haltebecken und (zahlreichen) Teichen/Teichanlagen sind schlechthin nicht mehr als „Salmonidengewässer“ zu definieren.]

B. Fischereispezifisch (realistisch):

B1. Will man die Kategorisierung „Salmonidengewässer“ angelfischereilich „legitimieren“, dann muß man diese(s) ausschließlich mit der „Fliege“ (Fliegenrute) befischen.

[Randbemerkung: In Mischgewässern mit Salmonidenbestand kann die Art der Befischung durch eine „präzise Gewässerkarte“ (siehe Anlage 1 - PDF-Datei) bzw. durch eine geeignete Ausschilderung erfolgen; derartige Schilder könnten die Fischereiverbände herstellen und (zum Selbstkostenpreis) an die Fischereiberechtigten abtreten (siehe Anlage 2 - PDF-Datei und HINWEIS am Textende ***** ).]

B2. Das (nächtliche) Ansitzen auf Aal (Tauwurm) ist zu unterbinden. (Ausnahme: "Pöddern")

[Zu B2 (mit B1): Das – des nächtens – schwerlich kontrollierbare Aalfischen (Tauwürmer am Aalhaken) führt zur „Ver­an­gelung“ der (Rest-) Forellenbestände; so mag es sein, daß ein Angelfischer einen (1) Aal auf mehr als zehn (10) Forellen fängt und – selbstredend – entnimmt; er richtet hier einen deutlicheren „Schaden“ an, als jeder – „billig“ vorurteilsbelastete – Raubfisch (Hecht; s.u.) in einem/mehreren Jahr(en). – Obligatorisch-dumpfe Begründung des Aalfischens: man befischt diesen als Freßfeind der Salmoniden-Laichprodukte und der Forellenbrut – der „wahre“ Grund: man will sich den Weg zum Fischfachgeschäft „ersparen“ und die eigene Räuchertonne nutzen.
Es bleibt eine „deplaziert-vermessene“ – und unter Hegegesichtspunkten „kontraproduktive“ – Forderung der (organisierten) Angelfischer, in dem „Gewässer vor der Haustüre“ möglichst alle (kulinarisch begehrenswerten) Fische fangen und entnehmen zu können. Das ist – zumal bei der heutigen Mobilität – schwerlich vertretbar: Zum Aal‑, Wallerfischen, etc. fahre man an ein geeignetes Gewässer.]

[Anbei: Das marinierte bzw. gebackene Rotauge, der herrlich schmeckende, ausgebackene Brachsen, die
köstlich Barbe  – soweit entnehmbar – in Mangoldblättern gegart, sollte unseren Angelfischern in einer saturierten Wohlstands-Gesellschaft einmal mehr – und neu – „schmackhaft“ gemacht werden – nicht länger: fetttriefender, aasfressender Aal, etc.]

B3. (Grundsätzlich:) Allseits vermißt man die Führung von Fangstatistiken (hier=Fangbüchen), in denen (stichwortartig) der „Mageninhaltder entnommenen Fische vermerkt wird. Die Aufzeichnung der Mageninhalte zeitigt folgende Ergebnisse:
a.  Man erhält Einblicke – nicht nur in die Nahrungsaufnahme und den Nahrungsbedarf der Fische – sondern auch in die aquatische Kleinfauna, die für die Auswertung durch fischerei­liche Institutionen gleichermaßen relevant sein könn(t)en und gewinnt
b.  Kriterien für eine dezidierte „Entnahme“- und „Besatzpolitik“. – „Wilde“ Spekulationen bzw. „ewig transportierte Vorurteile“ werden durch „greifbare Fakten“ relativier- und korrigierbar.

[Anmerkung: (mitgliedsstarke) Fischereivereine „scheuen“ den „Arbeitsaufwand“ der Auswertung von Mageninhalts-Statistiken – hier reichen die Angaben einiger ausgewählter Angelfischer, die „ihr“ Fischwasser häufig befischen.]

An dieser Stelle ein Beispiel: Weist die Auswertung der Fangbücher; hier: des Mageninhalts bei 30 Hechten keine (bzw. ein, zwei) Salmoniden auf, so ist die „uneingeschränkt-hysterische“ Entnahme des Hechts – auch in „echten“ Salmonidengewässern – definitiv nicht zu legitimieren.

Das vorangegangene Beispiel verlangt nach einer

C. Analyse des instinktiv-vorbewußten Umgangs mit dem Raubfisch Hecht

hier von einer „Hecht-Hysterie“ zu sprechen, akzentuiert die „pathologischen Ränder“:

C1. Der  „charaktervolle“ Hecht – mit deutlich brauchbarem kulinarischen Wert – ist des (deutschen) Angelfischers liebster Angelfisch***); hier kommt die „Kategorisierung“ „Salmonidengewässer“ gerade recht – im Sinne einer Pseudo-Hegemaßnahme wird die „Topffischermentalität“ legitimiert und der Hecht uneingeschränkt befischt und entnommen.

[*** Selbst bei „nüchternen“ Elektrobefischungen löst ein Hecht „instinktives Jagfieber“ und unkontrollierte Verbal-Reaktionen aus.]

C2. Der Hecht dient als „Projektionsflächefür die „eigene (Raub‑)Gier“ und muß daher – als  Nahrungskonkurrent (fadenscheiniges Argument: „die schönen Besatzforel­len“***)) – eliminiert werden.

[Jenseits der „Tierschutzverordnungen“ – die durch „Hegeverordungen“ „modifiziert“ werden „können/müssen“, soll bemerkt werden, daß in den norddeutschen Ländern (z.B. Ostsee-Bodden-Gewässer), in den Niederlanden, in Schweden und Norwegen aber auch in England und Irland das Entnehmen von Hechten „verpönt“ bzw. auf Einzelentnahmen in der Größenordnung „60 bis 80 cm“ beschränkt ist. In Irland gibt es jüngst strengste Entnahmebestimmungen, da maßgeblich der deutsche Angeltourist „Raubbau“ am irischen Hechtbestand betrieben hat.]

C3. Das äußere Erscheinsbild des Hechts – „der Raubfisch schlechthin“ – macht Ignorieren, daß der Hecht wohl der „bewegungsärmste“ unserer Süßwasserfische ist, der seine Beute‑Nahrung zu einem großen Prozentsatz in „Gewichtszunahme“; einen minimalen Anteil in „Energiebedarf“ umsetzt. (Bei Forellenfischen, Barsch, Zander, Barbe, Nase, Aitel, etc. darf man völlig konträre Relationen (Nahrung – Nahrungsverwertung) gewärtigen.

Die gängigen Erhebungen – Nahrungsbedarf Hecht – behaupten eine Nahrungsaufnahme von (vier) sechs bis acht Kilogramm bei einer Gewichtszunahme von einem Kilo, wobei Beobachtungsergebnisse aus der Teichwirtschaft (und „künstliche“ Aquarien‑Situationen) die Ergebnisse eher verfälschen, da erhöhte Bestandsdichten stärkere „Störsituationen“, demzufolge potenzierte Bewegungsabläufe (häufigere Standortverlagerung) und einen – daraus resultierenden – erhöhten Nahrungsbedarf bedingen.
Ein Nahrungsbedarf von 15 bis 25 Gramm pro Tag ist absolut realistisch; die Nahrungsaufnahme erfolgt zumeist im Turnus von drei (3) Tagen – alle engagierten Angelfischer bestätigen, daß „3/4“ der entnommenen Hechte einen leeren Magensack aufweisen.

*** Es wird fast immer ignoriert, daß der Hecht einen großen Beutefisch unmittelbar im Kopfbereich fassen muß, um diesen schlundwärts drehend zu verschlingen; das gelingt in den seltensten Fällen („fangreife Besatzforelle“); die Beute wird – Verletzung zumeist schnell verheilend – wieder freigegeben; die Regel: Beutefische von 20 cm Länge sind schon „groß“ zu nennen; „Kannibalismus“ und die Attacke großer Beutetiere ist dominant ein Phänomen in der Laichzeit; der Fang von Raubfischen mit „unnatürlich agierenden“ (Kunst-)Ködern ließe sich mit einem „spiele­risch‑aggressiven“ Verhaltensmuster der Fische erklären – daher der (zumeist) „leere“ Magensack; folglich fängt man immer wieder größere Raubforellen mittels Kunstköder, denen der (z.B. vorab aufgenommene) Flußbarsch noch aus dem Maul kragt.

Solange es schwere Schädigungen des heimischen Fischbestands durch extensiv fischfressende Vögel gibt, mache man sich deutlich: Vier Kormorane an einem Fischwasser lassen sich durch 80 bis 120 Hechte „ersetzen“ – Da Kormorane bei plötzlichen Flug-Flucht-Bewegungen die „aktuelle“ Beute auswürgen und folglich neue Fischbeute erjagen müssen; ja – häufig Beutefische (ohne „Verwertung“) nur töten bzw. tödlich verletzen, darf eine Relation: ein (1) Kormoran = 50 / 60 Hechte problemlos behauptet werden - [ Kormoran-Essay ].

4 x Kormoran - Mageninhalt - Hecht, Zander, Güster; mehr als 500 Gramm Mageninhalt - Hecht - Krebse - maximal 120 Gramm Bildquelle: Fischwirtschaftsmeisterin • Sabine Schwarten, Eutin • Mageninhalt • Kormorane; Gewicht der Beutefische: z.Tl. mehr als 600 Gramm • Zitat-LINK
(Rechts): "Der Mageninhalt eines … Hechtes • Zwei große Krebse die noch nicht verdaut waren und anscheinend erst kurz vor dem Fang des Fisches gefressen wurden"; Gewicht der Beute: maximal 120 Gramm • ©steppesZitat-LINK

Zusammenfassung

Erst wenn die gewässerspezifischen Forderungen (A1 bis A3) erfüllt, erst wenn die angel­fischereilichen Methoden salmonidengewässeradäquat (B1 bis B2) reduziert, erst wenn Fangbücher (repräsentativ) den Mageninhalt der (Raub-)Fische (B3) aufzeigen, erst wenn die Schädigungen des Fischbestands (Salmoniden) durch den Kormoran (gänzlich) unterbunden ist (vgl. Anm. in C), erst wenn affektiv‑billige Argumente auf Boulevard‑Blatt‑Niveau einem „vernünftigen“ Diskurs weichen (C1 bis C3); allerst dann kann eine forcierte Entnahme des Hechts (Hecht: pars pro toto: „Raubfische“) erwogen werden. Auch hier gilt es zu bedenken: Wenn es der Natur („mythisch‑my­stisch‑metaphysisch‑poe­tisch“: dem „Lieben Gott“) „gefällt“, daß der Hecht in einem Salmonidengewässer „aufkommt“, dann macht das wohl „Sinn“ (Artenvielfalt des jeweiligen Habitats) und bedarf keiner „hysterischen“ Korrekturen.

Zwecks „Facettierung“ des vorab Formulierten, hier folgender

Anhang

(aus einem „Hecht-Essay“ von Hans-Jürgen Fliedner; vergleiche „http://www.synaesthesie.de“)
Nahrungsverhalten des Hechts
(in Salmonidengewässern mit stärkerem Weißfisch-, Kleinfisch- und Signalkrebs-Bestand)

In nahezu allen Bestimmungsbüchern wird das ewig anmutende (Vor-)Urteil transportiert, der Hecht sei ein gieriger, unersättlicher Raubfisch, der jedwede, noch gerade eben bewältigbare  Nahrung verschlingt und wegen der „schmackhaften Beute“ – das rührt doch wohl an einer fragwürdigen Vermenschlichung***) – in so manches Forellenwasser eindringt. Wenige Zeilen später erfährt man allerdings, daß der Hecht, um in einem Lebensjahr 1 kg zuzunehmen (mittelgroße Hechte vom 3. bis 5. Lebensjahr/Fließwasser) lediglich einer Nahrungsaufnahme von 4 bis 8 kg bedarf.

(Anm.: Ohne die Fisch- und Vogellobbyisten konfrontieren zu wollen: Einen derartigen Nahrungsverbrauch hat ein (1) Kormoran in ca. 14 Tagen – es gilt zu bedenken, daß der Hecht wohl einer der „bewegungsärmsten“ Fische unter unseren Süßwasserfischen ist und daraus sein – ob des optischen Augenscheins, schwer nachvollziehbares – geringes Nahrungsbedürfnis resultiert; ***)ein Fisch, der seine Beute ganz – also „unzerfetzt“ – verschlingt, hat bei einer Forelle bzw. Schleie – ob deren Schuppenkleid – allerhöchstens einen Verdauungs-“ und keinen Geschmacksvorteil.)

Das scheint doch wohl – würde man einmal die menschliche Fähigkeit des Kopfrechnens auf wenige Sekunden strapazieren – die schreckliche Gier des Hechtes zweifelsfrei zu relativieren.

Zur Verdeutlichung geben wir eine kleine, private Statistik, die auf Hechtfängen in Gewässern der Äschenregion basiert (Es handelt sich um Gewässer, die einen stattlichen Bestand an Kleinfischen, Weißfischen und Signalkrebsen aufweisen): 42 entnommene Hechte, davon 34 mit leerem Magensack; die restlichen 8 enthielten: 3 x bis zu vier Koppen, 1 x angedaute Schleie, 1 x Barsch, 2 x bis zu sechs Signalkrebse***), 1 x Karpfenfisch (Gräten) + einen Signalkrebs – keine Forellen, keine Äschen (!). Legen wir die vorab erwähnte Relation von Nahrungsaufnahme und Gewichtszunahme zugrunde, so hat der Hecht eine maximale Nahrungsaufnahme von 15/25 g pro Tag. Daraus folgt: Der Hecht frißt (durchschnittlich) nur alle drei Tage ein Beutetier von 50/100g. Das wird durch unsere kleine Fangstatistik nachdrücklich bestätigt. (Vgl.: Hecht als Signalkrebs‑Prädator: http://www.synaesthesie.de)

Auch Thomas Wölfle berichtet in einem in den frühen 90er Jahren veröffentlichtem Aufsatz (FliegenFischen), daß er beim Streamerfischen in einem Salmonidengewässer – einem Nebenfluß der Isar – mehrere ca. vierpfündige Hechte gefangen und entnommen hat, deren Magensäcke ausschließlich Koppen enthielten.

Auf der Basis dieser Befunde mag vielleicht so mancher Pächter oder Fischereiverein erwägen, die Fischereiberechtigten zu einer kurzen Notiz des Mageninhalts großer Raubfische und hier besonders des Hechts (im Fangbuch) zu bewegen. Eine solche Statistik könnte Impulse geben, die Fangbeschränkungen (des Hechts) – zumal in Gewässern der Salmonidenregion – einer ständigen Revision und gegebenenfalls einer adäquaten Korrektur zu unterwerfen.

Schlußanmerkungen:

Der Verfasser hat sich befleißigt, diese Zeilen betont provokant zu halten; Motivation: „gemüt­lich‑kon­tur­lose“ Argumentationen und „einvernehmliche“ Diskussionen „verpuffen“ in Ergebnislosigkeit. Kunst, Wissenschaft und (hehre) Politik lehren, daß (mittel-/langfristig) einzig die Provokation „greift“: Hier konkretisiert sich das ewig gleiche Schema: Der Provokateur resp. seine Argumente werden allererst verfemt um nach einer „Inkubationszeit“ „urplötzlich“ adaptiert und realisiert zu werden – selbstredend bei Verleugnung des (originären) Impulsgebers (= allseits praktizierter „Ideen‑Klau“), und das ist ja auch – wenn es um die „Sache“ geht – durchaus akzeptabel – allerdings sollten zumindest die „Akademiker“ dauerhaft verinnerlicht haben, daß man seine „Ideengeber“ „zitiert“.

Hier noch eine Anmerkung zu einer stumpfen Vermenschlichung im Gewässer‑Hege‑Bereich, die dem Verfasser je neu zum „Ärgernis“ gereicht:
Nahezu alle Fischereiberechtigten meinen, alle realen und erdenklichen Hochwasser abwarten zu müssen, um erst dann ihre Besatzfische in ihre (offenen) Gewässer einzubringen. Selbstverständlich treibt der „feiste“ Angelfischer bei Hochwasser stromab um schließlich „wohlverdient“ zu „ersaufen“ – nicht so die Fische; diese suchen strömungsberuhigte Stellen bzw. den Gewässergrund auf; nutzen gar erhöhte Wasserstände um sich stromaufwärts zu bewegen (Wanderfische); etc., etc.

Beenden wir hier diese „unerquickliche“ Anmerkung***. Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, daß der Verfasser dieser Zeilen ein entschiedener Gegener des – man muß das so formulieren –  „Angel­fisch­er‑Proletentums“ (Fußball, Fahrzeug, Fressen, Frauen, Fischen) ist. Bereits eine Minderheit derart disponierter Angelfischer destruiert die Zielsetzungen einer (selbstlos-) engagierten Gewässer-Hege und einer seriösen Angel­fisch­er‑Kultur.

[*** Es sei bemerkt, daß wir hier - unvermittelt - zum Punkt "A2" zurückgekehrt sind: Einzig strukturschwache Gewässer = beschränkte Standplätze + reduziertes Nahrungsaufkommen (aquatische Kleinfauna, Kleinfische, etc.) provozieren ein Abwandern von Fischen - da, wo hinreichend Nahrung ist, verweilen die Fische (siehe etwa: "Futterkrippen" für Reh- und Damwild.) - Oder: Besatzfische werden in (kleine) Zufüsse eines großen Stroms eingebracht. - Man beanworte die folgende Frage: Befinden sich diese Fische innerhalb weniger Tage (Wochen, Monate) im Unterlauf des Stroms und die Zuflüsse sind völlig fischentleert ?!]

Hans-Jürgen Fliedner                                                   Coburg, im April 2009

Wichtige Anmerkung: Fischereibiologie und Angelfischerei:

Das stigmatisierende Vorurteil zum Nahrungsverhalten der Raubfische (hier: Hecht in Salmonidengewässern) basiert auf den jahrzehte, ja gar jahrhunderte alten Einschätzungen der privatisierenden und institutionalisierten Fischereibiologen; diese haben folgende (Kompetenz-)Probleme:
1. Mehr als 80% der Fischereibiologen angelfischen nicht oder haben die Angelfischerei ob zeitlicher Auslastung eingestellt – es fehlt ein gewichtiges Praxis-Korrektiv***.
2. Die von den Fischereibiologen reichlich vorgenommenen Elektrobefischungen dienen der Bestanskontrolle in fremden Fischrechten – es werden – in der Regel – keine Fische entnommen; eine Untersuchung des Mageninhalts kann nicht vorgenommen werden.
3. Bei Elektrobefischungen in definitiven Salmonidengewässer „enden“ entnommene Raubfische (Hecht) in den Händen des Fischereiberechtigten – in nahezu 100% der Fälle erhält der Fischereibiologe keine Rückmeldung über den Mageninhalt der entnommenen Fische.
4. Die Fischereibiologen erhalten ihre Daten zum Nahrungsverhalten der Fische (Hecht) nahezu ausschließlich aus
künstlichen Aquarien-Experimenten und der Teichwirtschaft. Diese Informationen sind aber – ob eingeschränkter Entfaltungsräume bzw. erhöhter Bestandsdichte – definitiv falsch bzw. deutlich korrekturbedürftig.
5. Ergo: Wir brauchen Symposien, die die Erfahrungen subtiler Angelfischer (Fliegenfischer) mit den Positionsbestimmungen der Fischereibiologen „vernetzen“.
6. Der Verfasser dieser Zeilen wird sich um ein Zustandekommen eines derartigen „Symposions“ bemühen (2011/2012).
*** In den Fischereifachberatungen der sieben bayerischen Bezirke ist einzig (Dr.) Oliver Born (Schwaben) „bekennender“ Angelfischer.

synaesthesie.de – Impressum, Kontakt, Email, Gästebuchfly-fliedner.de

LVSA Beschilderung Angelmethoden Salmonidengewässer Mischgewässer LVSA Schild Fliegenfischen Angelfischen Salmonidengewässer Mischgewässer LVSA Schild Fliegenfischen Angelfischen Salmonidengewässer Mischgewässer LVSA Schilder Fliegenfischen Angelfischen Verbot-Hinweis Salmonidengewässer Mischgewässer

***** HINWEIS: Zu der vorgeschlagenen "Befischungsregelung durch Schilder" beachte man die Praxis-Regeln des Landesverbandes Sächsischer Angler e.V. bzw. des Landesanglerverband's Sachsen-Anhalt e.V. (LVSA) - "Beschilderung der Angelgewässer"; hierzu folgende LINKs:

1. Gewässerordnung des LVSA e.V.; LINK: Schilder-Zitat-Link - und / oder

2. Landesanglerverband Sachsen-Anhalt e.V.; LINK: Schilder-Zitat-Link - und

3. Vorschläge des Verfassers in der separaten PDF-Datei.

(ZURÜCK ZUR TEXTSTELLE)



[Beachten Sie die Beiträge (des Verfassers) in dem "Angel- und Fliegenfischerforum Oberes Maintal - Coburger Land" - "LINK- fischerei-forum-itz.xobor - Impressonen zum Thema "Kormoran"" und zum Aspekt "Gewässerstruktur" den Beitrag zu einer "Expansion der Energiegewinnung mittels neuer Wasserkraftanlagen - UmgehungsFLUSS statt UmgehungsGERINNE". Im "Fischerei-Forum-Itz.xobor.de" können Sie sich einfach registrieren (ohne "lästige" Freischaltung) und Beiträge einstellen.]


monidengewässer Salmoniden Salmoniden Hecht pödder pöddern pöder pödern